Lebensraum Vorgarten: Unser Workshop zur naturnahen und insektenfreundlichen Gartengestaltung

Dieser Wuppertaler Garten in der Asternstraße wurde im Rahmen des Insektenschutzprogramms der Stadt Wuppertal ausgewählt. Am 26. Juni haben wir als Praktiker*innen des Vereins „Bergische Gartenarche im Wupperviereck e.V.“ sowie der Interessengemeinschaft „Wuppertals urbane Gärten“ unterschiedliche Oasen und Lebensräume für eine vielfältige Insektenpopulation geschaffen und erläutert, worauf es ankommt. Danke an die Stadt Wuppertal, insbesondere Karin Ricono zuständig für Umweltberatung & Artenschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde.

Alle Gärten bieten uns in der Stadt Lebensqualität, sie sind ein Beitrag zur klimaresilienten Stadt und wichtig zur Förderung der Biodiversität. Durch ihre hoffentlich abwechslungsreichen Strukturen und eine Vielzahl an Pflanzenarten sind sie von großer Bedeutung für Insekten und Vögel als Nahrung, Kinderstube und Rückzugsraum. In unserem Workshop geben wir Tipps zur Anpflanzung traditioneller Arten und Sorten sowie eine konsequent naturverträgliche Pflege ihrer Vorgärten. So können Sie als Wuppertaler Gärtner*innen ihren Beitrag bei der Bewahrung der biologischen Vielfalt verstärken.

Der Garten gehört nicht nur uns Menschen, sondern auch Pflanzen und Tieren. Verbreitete Gartengestaltungen wie Schottergärten sind allerdings lebensfeindlich. Genauso wie englischer Rasen, Kirschlorbeer und Thuja, die in den Augen mancher Naturgärtner einfach nur „grüner Beton“ sind. Aber auch ordentliche, zu aufgeräumte Gärten nehmen den Tieren Lebensräume. Weniger ist hier im Sinne des Naturschutzes eigentlich immer mehr. Machen Sie sich also bitte nicht zu viel Arbeit. Wer will schon ständig Rasen mähen oder Unkraut zupfen? Geben Sie stattdessen dem Genie der Natur mehr Raum, denn Natur kann sich oftmals selbst heilen.

Für unseren Workshop sind folgende Grundsätze im Garten natürlich selbstverständlich:

  1. Keine Pestizide oder Kunstdünger einzusetzen
  2. Keine nichtheimischen Billig-Pflanzen für den Garten kaufen. Diese sind in der Regel belastet und haben oftmals keinen Nutzen für die heimische Tierwelt. Fragen Sie im Gartenmarkt nach Wildpflanzen!
  3. Torfhaltige Blumenerde ist Raubbau an der Natur und beschleunigt den Klimawandel.
  4. Im Garten gibt es erst einmal keinen Abfall. „Pflanzenabfälle“ sind Teil des Nährstoffkreislaufs und Baustein für Lebensräume.
  5. Regenwasser ist wertvoll und muss nicht entsorgt werden. Es sollte gesammelt werden oder versickern dürfen.

Konkret werden wir in dem Workshop einen bestehenden, teilweise von Hecken eingefassten Vorgarten in der Gartenwohnungsbaugenossenschaft „Eigener Herd“ von 1911 naturnah neu planen und insektenfreundlich umgestalten. Wir werden gemeinsam eine Rasenfläche mit angrenzenden Beeten in einen naturnahen Kräuter- und Wildpflanzengarten umgestalten. Gestalterisches Vorbild ist Vorbild ist der traditionell viergeteilte Bauerngarten. Anhand einzelner Gestaltungselemente zeigen wir auf, was man z.B. mit Totholz und Steinen an Lebensräumen für Insekten, Vögel, Reptilien, Amphibien wie Pflanzen schaffen kann. Dabei werden vor allem folgende Themen werden wir vorstellen und angehen:

  • Tiere pflanzen
  • Totholzverwendung
  • Naturstein und Recyclingbauten
  • Wasserstellen
  • Offene Wegoberflächen

Daneben werden wir Fugengrün und Trittpfanzen für Rasengittersteine für den PKW-Stellplatz, eine Minidachberünung und einen schattigen Sitzplatz unter Weinranken vorstellen, die den Vorgarten dann komplett machen.

Die komplette Planung für den Vorgarten. Die Umsetzung wurde beim Workshop teilweise etwas angepasst. Zeichnung Nadja Hildebrand

Wir dokumentieren unseren Workshop bald hier auf unserer Website ausführlicher für alle, die nicht teilnehmen konnten.

Die Anleiter für den Workshop Nadja Hildebrand (Staudengärtnerin, Gartenplanerin) und Michael Felstau engagieren sich seit einigen Jahren bei der Bergischen Gartenarche im Wupperviereck e.V. und bei der IG Wuppertals urbane Gärten für alte Gemüsesorten und Naturgärten in Wuppertal.

Weitere Informationen zum Insektenschutz gibt es auch unter der E-Mail insektenschutzprogramm@stadt.wuppertal.de oder telefonisch bei Karin Ricono, 563-6364.

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