Urban Gardening – Gesundheitsgefahr?

In der letzten Statdteilkonferenz für Heckinghausen war auch der neue Bayerplatz mit dem Urban Gardening Projekt Thema. Das Projekt wird von der Bürgerinitiative Miteinander Füreinander Heckinghausen maßgeblich begleitet. Bei der Veranstaltung wurde seitens des stv. Bezirksbürgermeisters, Herrn Brüssermann (CDU), kritisch auf die Umweltbelastungen aufgrund der stark befahrenen Straßen nebenan in Bezug auf den Anbau und Verzehr von Nutzpflanzen hingewiesen. 

Hier unsere öffentliche Stellungnahme, die sicher für alle Gärtner in der Stadt interessant ist. Natürlich muss man in der Stadt auf Schadstoffe achten. Hier eine Studie zum Thema:

Aufgrund der Vorgeschichte des Geländes am Bayer-Platz (Gaswerk, Tankstelle, Werkstatt und Autoverkauf) ist das Gärtnern im anstehenden Boden von Seiten der Stadt sowieso schon untersagt worden. Deshalb Gärtnern wir für Nutzpflanzen ausschließlich in den Hochbeeten mit zertifizierter Erde. Wenn wir sicher gehen wollen, müssen wir zusätzlich Gewächshäuser oder Pflanztunnel erreichten.

Durch verschiedene gärtnerische Maßnahmen lässt sich die Schwermetallbelastung durch die Luft von Obst und Gemüse verringern. Beispielsweise können am Rand des Grundstücks Hecken gepflanzt werden, die die Beete von der Straße abschirmen, was wir ja haben. Zudem sollten die Gemüsebeete soweit wie möglich von der Straße entfernt angelegt werden. Eine Mulchschicht schützt zudem Wurzelgemüse vor Schadstoffen aus der Luft und das Pflanzen in Hochbeeten oder Kübeln verringert den Kontakt mit der belasteter Erde darunter.

Eine Bodenprobe sollte man auf jeden Fall machen! Denn selbst wenn der Boden mit Schadstoffen belastet ist, muss nicht generell auf den Anbau von Gemüse im Garten verzichtet werden (LANUV):

  • Kontrollieren Sie den pH-Wert im Boden und stellen Sie ihn auf einen Wert im neutralen Bereich um pH 7 ein. Dadurch können die Pflanzen deutlich weniger Schadstoffe aufnehmen.
  • Schützen Sie Ihre Pflanzen vor Verunreinigung durch schadstoffbelasteten Boden, indem Sie Mulchschichten oder Folien aufbringen. In jedem Fall sollten Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr immer sorgfältig reinigen.
  • Wenn Sie wissen, welche Schadstoffe im Boden vorliegen, können Sie die Gemüse- und Obstarten auswählen, die die jeweiligen Elemente nicht anreichern. Dadurch können Sie die Schadstofffracht Ihrer Ernte effektiv und ohne größere Einschränkungen reduzieren.

Bei allen anderen gärtnerischen Tätigkeiten zur Förderung der Biodiversität und zur Errichtung von Kleinbiotopen können wir problemlos auch in die Fläche gehen.

Zudem geht es bei dem Projekt ums Naschen und Probieren. Es geht darum, sinnliche und geschmackliche Erfahrungen zu machen, nicht um eine grundlegende Nahrungsmittelversorgung. Das Thema Boden ist sowieso in den begleitenden Workshops durch Wuppertals urbane Gärten ein Thema. Da wird das Problem immer angesprochen.

„Letztendlich plädieren (viele) für eine gesamtheitliche Sicht auf die Gesundheitseffekte des Stadtgärtnerns. Körperliche Betäti gung und Bewegung an freier Luft, soziale Kontakte und der Konsum von frischem Gemüse und Obst fördern die menschliche Gesundheit, und wie wir aus Parkstudien wissen: Das Erleben von (gestalteter) Natur und Biodiversität in der Stadt macht glücklicher!“

Und das ist ein Ziel für alle Maßnahmen zur „Umweltgerechtigkeit“ auch im Rahmen der sozialen Stadt. Also empfehlen wir ein Citizen Science Begleitprojekt:

Wie sind denn die Umweltbelastungen an der Straße? Gibt es Daten und Karten zur Feinstaubbelastungen und zu Schwermetallen? Diese Daten sind sicherlich auch für die Sportler nebenan in ihrem „Käfig“ interessant. Gehen wir auf Nummer sicher und erheben diese Daten kontinuierlich. Dazu könnten wir Sensoren für die Feinstaubbelastung etc. Installieren und ein mögliches Projekt zusammen mit dem „OK Lab“ und „devtal“ initiieren:

Die Verkehrswende führt mittelfristig zu weniger Verbrennern, beschleunigen wir sie. Ein Radweg könnte die Belastung auch veringern 🙂

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